Göteborg, die befestigte Stadt am Göta Älv

Wenn man von Göteborg spricht, so meint man in der Regel die Stadt, die Gustav II. Adolf im Jahre 1621 innerhalb des Wallgrabens anlegen ließ und die sich im Laufe der Jahrhunderte in alle Richtungen ausdehnte, auch wenn diese Stadt einige Vorgänger hatte und drei davon mittlerweile eingemeindet wurden. Das ehemalige Giötheborg, Älvsborg und Nya Lödöse, Vorläufer der "neuen" Stadt, befinden sich nämlich heute ebenfalls in Göteborg, wobei insbesondere Älvsborg auch einen sehr wichtigen Teil einer rund 800 Jahre alten Stadtgeschichte zeigt.
 
Wenn man von der Stadt Göteborg spricht, die Gustav II. Adolf gründete, so muss man natürlich bedenken, dass die Städte jener Epoche nicht mit heutigen Städten zu vergleichen sind, denn gegen 1630 zählte man in der damals am besten befestigten Stadt Schwedens gerade einmal 1300 Einwohner. Göteborg, das heute knapp 600.000 Einwohner hat, war damals also nicht größer als heute ein mittleres Dorf, jedoch mit einer städtischen Struktur und der entsprechenden Bedeutung.

Die Geschichte Göteborgs ist sehr eng mit jener Dänemarks und Norwegens verbunden, den damaligen Feinden Schwedens, deren Grenzen zur Gründungszeit der Stadt nur wenige Kilometer vom heutigen Zentrum Göteborgs entfernt lagen. Der einzige Zugang zum Meer, über den Schweden damals verfügte, lag bei Göteborg, wobei selbst hier nur die Mündung zum schwedischen Reich gehörte und schon das Besitzverhältnis der Schäreninseln nicht immer eindeutig geklärt war und die Mündung immer wieder umkämpft wurde.
 
Der Aufschwung Göteborgs kam mit dem Jahr 1658, als durch den Frieden von Roskilde die neuen Grenzen Schwedens festgelegt wurden und sowohl Dänemark, als auch Norwegen, sich bis zu den heutigen Gebieten zurückziehen mussten, denn auch wenn weiterhin Kriege herrschten, so hatte Göteborg nun die Möglichkeit sich frei zu entwickeln, was sich nicht nur wirtschaftlich zeigte, sondern auch am Bevölkerungswachstum, denn bis zum Ende des 17. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung der Stadt auf rund 10.000 Einwohner an, wobei es sich bei einem Großteil der neuen Bewohner um Händler handelte, denen nun die Seewege weitgehend offen lagen.
 
Der Handel und der damit verbundene Aufschwung kam jedoch weitgehend von Einwanderern aus Holland, Deutschland, England und Schottland, da die schwedische Bevölkerung zu Beginn des 18. Jahrhunderts nicht einmal 1,5 Millionen Einwohner ausmachte und auf Grund der Kriege sehr arm war. Bereits der Kriegskönig Gustav II. Adolf hatte diese Entwicklung ermöglicht, da er erkannt hatte, dass gerade ausländisches Kapital und fremdes Wissen Schweden von Vorteil sein kann, und er hatte daher reiche Einwanderer mit zahlreichen Privilegien geködert.

Wer heute Göteborg besucht, kann viele dieser historischen Spuren noch entdecken, zumal das gesamte Kanalsystem aus Holland kommt und zahlreiche Gebäude an die industrielle Entwicklung Göteborgs erinnern, die den damaligen Neuschweden zu verdanken war. Wer sich mehr für diese Entwicklung interessiert, sollte die Stadt mit einem guten Führer entdecken, der sich die Zeit dafür nimmt auch einige Hintergründe zu erzählen.

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last update: October 30, 2019